„Nett“ ist der kleine Bruder von „scheiße“!

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Uiuiuiui, da lehnen wir uns ja ganz schön weit aus dem Fenster… Puhh, damit das hier nicht zum Cliffhanger wird, hier mal vorweg: Wir finden nett sein richtig gut! Schade nur, dass „nett sein“ heutzutage teilweise negativ behaftet ist. Dagegen wollen wir was tun. Deswegen kommt hier ein Aufruf zum „nett sein“ und für alle Netten da draußen ein lautes „Macht weiter so!“

Ist nett sein aus der Mode gekommen?

Titel wie „nett vs. attraktiv“ und „Hilfe, ich bin zu nett“ zieren die Hochglanzmagazine. Ein höfliches „Bitte“ und „Danke“ führt im Alltag oft zu verwirrten Gesichtern, Stirnrunzeln und der Frage „Kenn ich die/den?“, die den Leuten ins Gesicht geschrieben steht. Wer nett ist hat kein Rückgrat, keine eigenen Meinung, will es allen recht machen und ist überhaupt langweilig und so gar nicht sexy! So viel mal zu den Vorurteilen, die dem ein oder anderen unter uns sicher schon mal begegnet sind. Aber was hat es mit dem negativen Beigeschmack des Wortes „nett“ auf sich und wer hat bitte das Gerücht in die Welt gesetzt, dass „nett“ der kleine Bruder von „scheiße“ ist?

Warum so negativ?

Fangen wir mal ganz vorne an. Laut Duden hat das Wort nett drei Bedeutungen. Neben den zwei positiven Bedeutungsgruppen unter die Bedeutungen wie freundlich, liebenswert, im Wesen angenehm, hübsch und ansprechend fallen, existiert auch eine negative Bedeutungsgruppe die negative Bedeutungen wie unangenehm, wenig erfreulich und leicht zu durchschauen beinhaltet. Glaubt ihr nicht? Habt ihr schon mal den Satz “das kann ja nett werden!” – Vorsicht Ironiefalle – oder “netter Versuch” verwendet? Siehste. Da kommt er also her der negative Beigeschmack. Und natürlich haben wir es uns über die Zeit erlaubt die negative Bedeutung auszuweiten.

Nett sein als Schwäche und als Zeichen von Naivität

Nett sein wird heutzutage leider oft als Schwäche gewertet. Wer nett ist und sich öffnet, der ist naiv. Man müsste ja schließlich mit der Enttäuschung rechnen, die dadurch entsteht, dass Nettigkeit ausgenutzt wird. In der heutigen Ellenbogengesellschaft keine Seltenheit. So wird immer wieder suggeriert, dass man sich nicht durchsetzen kann, wenn man einfach nur nett ist. Mit Nettigkeit kommt man nicht voran. Wirklich? Finden wir nicht.

„Nett“ sein ist die große Schwester von „Erfolg“, „Harmonie“ und „Zufriedenheit“

Wir finden „nett sein“ richtig gut! Es ist ein Geschenk, nett sein zu können, unvoreingenommen auf Menschen zuzugehen und so durch den Alltag zu gehen. Wir finden es toll freundliche Alltagsbegegnungen zu haben, ein nettes Gespräch in der Bahn, ein ernst gemeintes „Guten Morgen!“ im Aufzug. Intrigen, Misstrauen und das Bedürfnis die eigenen Interessen durchsetzen um jeden Preis, mögen vielleicht kurzfristig zu einem Erfolg führen. Der langfristige Erfolg im Privaten, Beruflichen und in der Beziehung zu einem Selbst kommt jedoch mit der Fähigkeit nett zu sein.

Nettigkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit führen zur eigenen Zufriedenheit, engen menschlichen Beziehungen, langfristigem Erfolg im Berufsleben und besserer Gesundheit. Also bleibt nett, macht’s euch hübsch und lasst euch nichts erzählen. „Nett“ ist nicht der kleine Bruder von „scheiße“, „nett“ ist die große Schwester von „Erfolg“, „Harmonie“ und „Zufriedenheit“!

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