Julia auf der Mission Fernweh – und wie das so ist mit dem Alleinereisen

Fotos von Julia @juliaslieblinge_fotografie

Werbung wegen Verlinkung und Nennung (unbezahlt und unbeauftragt)

Julia ist 29 Jahre jung, in Köln beheimatet und hat chronisches Fernweh. Deshalb machte sich Julia auf zu einer sehr besonderen Mission, der „Mission Fernweh stillen“. Mit dem gleichnamigen Hashtag dokumentiert Julia ihre Reisen und teilt sie mit uns auf ihrem Instagram-Kanal @juliaslieblinge . Die bisher größte und schönste Mission Fernweh stillen war ein 4-monatiger Europa-Roadtrip mit VW-Bus Wilma in 2018. Wir durften Julia interviewen und haben sie gefragt wie das so ist mit dem Alleinereisen.

Elisa von Clean Couture: Liebe Julia, eigentlich wolltest du jetzt mit Wilma in Sardinien unterwegs sein. Leider lässt das die aktuelle Situation nicht zu. Aber trotzdem kannst du uns etwas von deinen und Wilmas Abenteuern erzählen. Denn Wilma ist nicht etwa deine beste Freundin, sondern Wilma ist dein VW-Bus. Bis auf Wilma reist du alleine und das ganz bewusst, obwohl du viele Freunde und auch einen Partner hast, die/der dich bestimmt gerne begleiten würde/-n. Was ist es, das dich am Alleinreisen so fasziniert?

Julia: Leider bin ich auf Grund der aktuellen Situation natürlich nicht mit #wilmathevan unterwegs. Das wird aber definitiv nachgeholt – dann bestimmt auch wieder alleine denn: Ich bin gerne alleine, gerade auf Reisen. Ich möchte mich ganz auf die Orte, die Natur und Einheimische einlassen ohne Kompromisse eingehen zu müssen und genau das zu machen worauf ICH Lust habe. Das ist natürlich auch ein bisschen egoistisch, doch solange ich das hin und wieder sein kann bin ich es. Wie bei allen Dingen im Leben hat auch das Alleinreisen Vor- und Nachteile. Natürlich bin auch super gerne mit meinem Freund oder Freunden unterwegs. Ein guter Mix ist perfekt, eine Solo-Reise um Jahr und einige gemeinsame Touren. 

Elisa von Clean Couture: Wie bringt man den Mut auf einfach alleine ins Ungewisse loszufahren? Hattest du keine schlaflosen Nächte vor deiner ersten Tour?

Julia: Oh doch!!! Sehr sehr viele. Gerade weil meine erste Tour direkt die Längste war – 4 Monate durch Europa. Über Österreich, durch Slowenien nach Kroatien. Durch Italien und Frankreich nach Spanien und Portugal.Zurück in den Norden nach Dänemark und Norwegen. Ich wusste nicht was mich erwartet. Ich bin zuvor auch schon alleine gereist aber nie so lange und nicht mit VW Bus. Beruhigt hat mich der Gedanke, dass ich jederzeit wieder nach Hause fahren kann. Ich wusste auch, dass ich nicht alleine bleiben muss wenn ich das nicht möchte. Man kann immer und überall Menschen kennenlernen und Freundschaften schließen. Und mein Mantra war: Raus auf der (berühmten) Comfort Zone, das lohnt sich, Trau dich!

Elisa von Clean Couture: Über deinen Account @juliaslieblinge folgen dir inzwischen 24,5 Tsd. Menschen auf deiner Mission Fernweh stillen. Macht das das Alleinereisen manchmal weniger alleine?

Julia: Ein Großteil meiner Follower ist tatsächlich durch die oben erwähnte lange Europa-Reise auf mich aufmerksam geworden. Ich hatte nicht geplant meine Reise auf Instagram zu dokumentieren, die Story-Funktion gab es noch gar nicht so lange und ich habe mir ganz bewusst absolut nichts für die gesamte Zeit vorgenommen oder irgendwas geplant. Es war in erster Linie schön und spaßig ein digitales Reisetagebuch zu führen auf welches ich jetzt jederzeit zurückgreifen kann, ein ganz persönlicher Mehrwert also. Aber natürlich ist schnell eine tolle Community entstanden: meine Follower haben sich mit mir zusammen gefreut wenn ich etwas schönes erlebt habe, ich konnte sie nach Tipps fragen oder um Hilfe bitten wenn ich nicht weiterwusste und konnte selbst Reisetipps geben. Um deine Frage zu beantworten: Ich denke das hat das Alleinreisen weniger einsam gemacht. Ich war trotzdem physisch die meiste Zeit alleine – denn das wollte ich ja. „Alleine“ zu sein ist für mich total positiv und nicht negativ. Ohne Instagram hätte und habe ich natürlich trotzdem viel Kontakt zu meinen Liebsten gehabt – denn dafür ist unsere digitale Welt, und das merkt man jetzt mehr denn je, bestens geeignet: Sich nicht einsam zu fühlen trotz physischem Abstand!

Elisa von Clean Couture: Wie sehen deine Tage so aus alleine auf Reisen? 

Julia: Ich passe mich dem natürlich Rhythmus an, stehe bei Sonennaufgang auf und gehe bei Sonnenuntergang ins Bett. Ich plane eher wenig und versuche immer soweit es geht flexibel zu bleiben. Ich bin sehr aktiv, gehe viel spazieren, laufen, wandern, schwimmen, bin soviel draußen wie möglich. Und ich kann beim (alleine)reisen meinem liebsten Hobby und inzwischen Beruf nachgehen: fotografieren! Ich liebe es woanders zu sein und Dinge und Orte zu entdecken. Ich sammeln auf Reisen Inspiration, sauge alles auf und halte ganz viel fotografisch fest. Wenn man mit dem VW Bus unterwegs ist dauern die alltäglichen Dinge eh alles etwas länger sodass ein Tag schnell gut gefüllt ist. Ich habe tatsächlich selten Langeweile und wenn doch versuche ich das zuzulassen und zu genießen.

Elisa von Clean Couture: Wie ist es wenn du was unfassbar schönes, beeindruckendes, berührendes siehst oder erlebst, kommend da manchmal Gedanken wie: Schade dass ich das jetzt nicht mit jemandem teilen kann” auf? Vermisst du manchmal deine Lieblingsmenschen auf deinen Reisen?

Julia: In erster Linie versuche ich diese Momente ganz bewusst zu erleben. Dann doch auch mal ohne Kamera oder Handy. Das muss ich noch mehr lernen. Denn das virtuelle Teilen solcher Dinge macht sie manchmal weniger beeindruckend oder berührend. Und na klar dann wünsche ich mir manchmal auch Lieblingsmenschen herbei um etwas zusammen zu erleben. Es gibt Momente des Vermissens, das ist kein schönes Gefühl, man kann es aber zu einem schönen machen in dem man dankbar dafür ist, dass es Menschen gibt die man vermissen kann und die einen vermissen. Klingt kitschig – aber das habe ich auf meiner langen Reise gelernt und gelebt. Und wie gesagt: wenn gar nichts mehr gehen sollte gibt ist in dieser digitalen Zeit mehr als genug Möglichkeiten.

Elisa von Clean Couture: Fühlst du dich als Frau manchmal unsicher beim Alleinreisen? Gab es schon mal unangenehme oder kritische Situationen für dich und hast du ab und an auch Angst so ganz alleine?

Julia: Ich habe mich bislang auf Reisen nicht unsicherer gefühlt als in meinem alltäglichen Leben. Es gab keine nennenswerten kritischen Situationen, eben nicht mehr als sonst auch. Oberste Regel dazu ist bei mir immer mein Bauchgefühl.Wenn ich mich in Situationen oder mit Menschen nicht wohlfühle dann ändere ich das, verlasse Orte, reise weiter, suche mir Mitstreiter. Da fällt mir ein, dass ich mal zwei Wochen in Marokko war – alleine aber in einem Surfcamp mit vielen anderen. Da hat es sich tatsächlich nicht so gut angefühlt alleine durch bestimmte Ecken zu laufen, das habe ich dann nur mit anderen Camp-Teilnehmern gemacht. Ansonsten denke ich einfach nicht zu viel darüber nach was alles passieren und unsicher sein könnte und bin positiv gegenüber allem gestimmt.

Elisa von Clean Couture: Was hast du für dich gelernt und mitgenommmen von deine bisherigen Reisen alleine?

Julia: Ironischerweise dass man nie alleine ist wenn man es nicht will. Man findet überall Gleichgesinnte, man unterstützt sich und darf in fremden Ländern in das Leben anderer reinschnuppern. Außerdem dass ich selbst viel mehr kann als ich mir im Alltag oft zutraue. Denn beim alleine Reisen muss ich mich häufig zusammenreißen, über meinen Schatten springen und Mut beweisen. Das Alleinreisen hat mich selbstbewusster und stärker gemacht.

Wer gerne auch auf Julia’s zukünftigen Reisen, sowie auf ihrer Reise durch den Alltag dabei sein möchte, kann Julia über ihren Instagramaccount @juliaslieblinge folgen. Und wer von Julia’s einzigartigen Reisemomenten nicht genug bekommen kann, kann ihre Bilder jetzt als Prints für das heimische Wohnzimmer kaufen. Auf „Mission Fernweh stillen“ jetzt auch von Zuhause aus.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.